Hauptsache Blond

Ein Artikel von "Hounds & People", hier zu finden

Nach wie vor bin ich begeistert von dem Charme der Bulldogs. Doch ich war schon des öfteren nahe dran, mich von dieser Rasse zu verabschieden. Ich konnte das Leiden nicht mehr anschauen, das ihm die moderne Zucht antut. Die riesigen Köpfe und breiten Kreuze der Rüden können nur noch per Kaiserschnitt geboren werden. Eine aktuelle Studie des britischen Kennel Clubs weist aus, dass mehr als 80% der Geburten beim Bulldog (und nicht nur dieser Hunderasse) per Kaiserschnitt fallen. Die schweren Show-Bulldogs können oft schon nicht mal mehr das, was eigentlich alle Rüden aus dem FF können, die Hündinnen begatten. Für die Tierärzte ein neues Geschäftsfeld, die künstliche Besamung muss ran. Wenn dann die Welpen einmal groß sind, können sie oft nicht richtig atmen, leiden ihr Leben lang an Atemnot. Und in deren Folge wird das Herz überlastet und mit drei oder vier Jahren fällt der Hund dann plötzlich tot um, Herzschlag. Als ich vom Kynos-Verlag gefragt wurde, ob ich ein Buch über den Bulldog schreiben wolle, war das ein Spagat. Ich stehe nach wie vor zu dieser einzigartigen Hunderasse, sie sind in meinen Augen ein idealer Begleiter in der heutigen Zeit. Sie absorbieren unseren Stress und zaubern immer wieder ein entspanntes Schmunzeln in unser Gesicht. Man muss zugleich kein schlechtes Gewissen haben, wenn man mal nur für eine halbe Stunde Lust zum Spazierengehen hat. Bulldogs gehen gerne in die Natur, aber sie verzeihen auch, wenn das man kürzer ausfällt. Ich verzeihe es hingegen nicht, was die Zucht in den letzten 30 Jahren meinem besten Freund angetan hat. Die Köpfe mussten immer größer, die Körper tiefer und massiver, die Falten bis über die Nase reichen. Dafür gab es Championate und die besten Welpenpreise. Ein Verbrechen an der Gesundheit und dem Wohl dieser so gutmütigen Partner des Menschen.