Schwimmen mit Delfinen -

ist das auch für die Delfine gut?


Aus der Zeitschrift: "P.M. Fragen&Antworten" 07.2010

 

 

Für manche Eltern sind sie die letzte Hoffnung: Delfine stehen im Ruf, insbesondere bei schwerbehinderten Kindern geradezu wundersame Heilungsfortschritte bewirken zu können. Tatsächlich aber hat sich gezeigt, dass Delfine als Therapiebegleiter nicht mehr "leisten" als beispielsweise Hunde oder Pferde. Daher weigern sich die Krankenkassenin Deutschland, für die meist sehr teuren Delfin-Therapien aufzukommen.

 

Für die Tiere ist das eine gute Entscheidung, denn die Meeressäuger leiden unter dem Kontakt mit Menschen. Und vor allem unter dem Lebenin Gefangenschaft. Diese intelligenten, für ihr Sozialverhalten und ihre Verspieltheit bekannten Säuger sterben in den Delfinarien meistens früher als in Feiheit. Sie entwickeln Verhaltensstörungen, können aggressiv und depressiv werden und sogar Selbstmord begehen.Das Züchten von Delfin-Nachwuchs in Gefangenschaft gelingt fast nie.

 

Aber nicht nur die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ist schädlich, auch die bei Touristen beliebten Bootstouren zu Delfin-Tummelplätzen auf dem offenen Meer bedeuten Stress für die Tiere. Denn Delfine sind überaus neugierig, weshalb sie herausfinden möchten, was die Besucher in den Booten von ihnen wollen. So raubt regelmäßiger Touristenbesuch auf hoher See den Tieren Zeit und Energie, die sie eigentlich zur Futtersuche, Nachwuchsaufzucht und Erholung bräuchten.

Wikipedia

Kritik an Delfinarien

 

Die Haltung von Delfinen und Orcas in Gefangenschaft ist umstritten. Von Seiten der Tierschützer gibt es reichlich Kritik an Delfinarien. Bemängelt wird die wenig artgerechte Haltung, bedingt durch die Enge und Eintönigkeit des Umfelds, künstlich aufbereitetes Wasser, unnatürliche Gruppenzusammensetzung, das ungewohnte Futter - Delfine meiden normalerweise tote Fische - sowie der Lärm und die dauernde Anwesenheit von Menschen. Diese Dinge setzten die Tiere unter Stress. Der Nürnberger Tiergarten ließ auch von solchen Behauptungen getrieben über 3 Jahre hinweg die Stresshormone seiner Delfine messen. Das Resultat: Keine Anzeichen für Stress. Tierschützer halten die Haltungsbedingungen in Delfinarien dennoch für "stressig" und machen sie für innerartliche Aggressionen, Schwächung des Immunsystems bis hin zu chronischen Krankheiten und Tod verantwortlich. Viele Tiere stünden deshalb auch regelmäßig in medizinischer Behandlung, zum Beispiel wegen Magengeschwüren.

Auch wenn die Tiere nicht in Shows auftreten müssten, könne ein Becken nicht die Vielfalt des Meeres abbilden. So seien die intelligenten Tiere wesentlich anfälliger für Krankheiten und es mangele ihnen an sozialen Kontakten. Auch die Haltung in abgezäunten Meeresarealen, die den Delfinen bessere Lebensbedingungen zu bieten scheinen, sei nicht unproblematisch. Solche Anlagen, verschmutzt und überdüngt durch Ausscheidungen der Delfine, belasteten die umliegenden Gewässer. Da sich die Delfine auch in diesen Meeresbecken nicht wie in Freiheit in tiefere Gewässer zurückziehen könnten, seien sie ungeschützt der Gewalt von Stürmen ausgesetzt und liefen Gefahr, von den Wellen gegen die Absperrungen geschmettert zu werden oder zu ertrinken.

Ebenfalls stark umstritten ist die Herkunft der Delfine. Die Nachzucht in Gefangenschaft sei bisher nicht nachhaltig und ein Zurückgreifen auf Wildfänge deshalb notwendig. Delfinschulen würden in Buchten getrieben, um dort die schönen Exemplare zu separieren und die übrigen zu schlachten. Verwiesen wird bei dieser Thematik in der Regel auf den Wal- und Delfinfang in Japan, der nur deswegen lukrativ sei, weil Zoologische Gärten hohe Summen für schöne Delfine bezahlen würden. Während es nachweislich im gesamten europäischen Raum keine Delfine aus Japan gibt, ist das brutale Vorgehen japanischer Walfänger im speziellen durch Videomaterial belegt. Entkräftet wird die Argumentation der Delfinariengegner durch die Tatsache, dass in Nordamerika 2/3 aller Großen Tümmler bereits Nachzuchten sind. Von Nachhaltigkeit kann insoweit gesprochen werden, dass es dort auch Nachzuchten in dritter Generation gibt. Amerikanische Delfinarien sind - nach eigener Aussage - nicht mehr auf Wildfänge angewiesen. Aber auch in Europa entwickelt sich die noch sehr junge Delfinhaltung weiter. Bereits jeder zweite Große Tümmler in europäischen Delfinarien stammt aus eigener Nachzucht. Die durchschnittliche Lebenserwartung übersteigt mittlerweile die in freier Wildbahn um Jahre.

Dennoch hat die Kritik der Tierschützer in England zur Schließung aller Delfinarien geführt.

Einer der bekanntesten Kritiker ist Rick O’Barry, der ehemalige Delfintrainer der Fernsehserie Flipper. Nachdem ein Delfin in seinen Armen starb, gab er seinen Job als Trainer auf und gründete 1970 die Organisation „Dolphin Project“. Seither setzt er sich gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ein. In seinem Dokumentarfilm Die Bucht (2009) deckt er grausame Methoden beim Fang der zukünftigen Artisten auf und stellt dar, wie ihre nicht ausgewählten Artgenossen auf brutale Weise umgebracht werden.

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Hier die offizielle Webseite von "Die Bucht":

http://www.diebucht-derfilm.de/

 

Und hier der Link zu Amazon, wer sich den Film kaufen möchte:

http://www.amazon.de/Die-Bucht-Cove-Richard-OBarry/dp/B0031MC37W/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1348679216&sr=8-1