07.04.2011

Lange habe ich überlegt ob und wenn ja was ich schreiben könnte...

 

Viele die mich und meinen Hof kennen lernen, fragen wie ich das alles mache. Stolz erzähle ich dann immer, das wenn man auf praktisch alles "nutzlose" wie Kino, essen gehen, neue Klamotten, Urlaub usw. verzichtet, geht es schon irgendwie und außerdem gibt es ja ein paar liebe Paten die die Tiere und mich unterstützen!

 

Meist kommt dann der Satz: "Ich hab Deine Regenbogenseite gelesen und musste weinen. Wie schaffst Du das?"

Im Grunde sage ich dann immer dasselbe, das es schwer ist, aber ich mich ja bewußt für einen Gnadenhof entschieden habe.

Aber in Wirklichkeit tut es unsagbar weh so viel Tiere gehen lassen zu müssen...


Fast alle die von uns lesen, finden es klasse das hier auch scheue Katzen ein Zuhause gefunden haben, aber keiner - und auch ich viel zu selten - denkt daran das es auch seinen Nachteil hat wenn man scheue Katzen frei leben lässt. Ally ist ein solches schlimmes Beispiel: Sie war schwer verletzt, aber weil sie so scheu war, konnte ich sie unmöglich einfangen. Sie musste sich quälen bis sie es endlich geschafft hat und allein ihre Reise über den Regenbogen angetreten ist!

Ich weiß nicht ob ihr euch das vorstellen könnt, aber es ist unglaublich schwer so etwas zu ertragen!!!

 

 

Es gibt Tage, da wünschte ich mir ich wäre "08/15", hätte einen Hund, vielleicht zwei Katzen und mehr nicht.Wie einfach wäre mein Leben dann, aber es würde auch vieles fehlen.

Natürlich habe ich mich mehr oder weniger bewußt dafür entschieden hieraus einen Gnadenhof zu machen (nachdem die ersten alten und chronisch kranken Tiere hier gelandet sind), aber auch wenn ich versuche all den Tod nicht zu sehr an mich ran zu lassen, gelingt es mir nur sehr selten.

 

Es ist sehr schwer wieder und wieder eines dieser tollen Geschöpfe, die kaum ein anderer Mensch je wirklich "gesehen" hat, gehen lassen zu müssen...

Natürlich sage ich mir immer wieder, das es okay so ist. Die Tiere haben eine - so denke ich doch - schöne Zeit hier gehabt, manche sind nur kurz geblieben, aber andere haben eine längere Zeit hier verbringen dürfen, haben wieder gelebt und nicht wie einige vorher, nur vegetiert!

Ich weiß das ich es tun muss weil es viel zu wenige tun und die Tiere, egal ob scheu oder nicht, zeigen mir täglich das meine Entscheidung dafür die Richtige war - aber es gibt eben auch diese Tage an denen mir sehr schwer ums Herz wird, an denen ich für jedes meiner voraus gegangene Tiere eine Kerze anzünde und im Stillen hoffe das es einfach so sein sollte...

 

 

 

Es tut mir leid um jeden der jetzt vor dem Bildschirm sitzt und Tränen in den Augen hat, denn das braucht ihr nicht und darum habe ich dies hier auch nicht geschrieben.

Ich wollte und musste einfach nur mal den schönen Schleier der scheinbar über dem Hof liegt, ein Stück weit lüften und euch so sagen, das ihr mir diese zwei Fragen nicht zu stellen braucht, denn ich werde mit Sicherheit nie eine wirklich ehrliche Antwort geben - ohne das böse zu meinen!

 

Und wer jetzt meint, er möchte den Tieren hier am Hof helfen, kann das gerne tun, aber es muss sich niemand dazu verpflichtet fühlen, denn dafür steht dieser Text hier nicht! :o)

 

Lieber schaut euch um, habt ihr Nachbarn die z.B. unkastrierte Katzen laufen haben, dann geht zu ihnen und sagt ihnen sie möchten sie doch bitte kastrieren lassen (die Tierschutzvereine helfen dabei wenn sie können), damit nicht noch mehr Elend entsteht!

Also bitte, wenn ihr etwas tun wollt, dann ändert eure Einstellung zu den Tieren (wenn ihr nicht eh schon tierverrückt seid wie ich), versucht die Menschen in eurer Umgebung aufzuklären - versucht die Welt ein Stückchen besser zu machen und tut dies ohne dafür ein Lob oder Lohn haben zu wollen, denn das Wissen etwas getan zu haben, sollte Anerkennung genug sein!

 

 

So und nun Schluß, sonst wird es ein Roman!

 

Ich wünsche euch allen die das hier lesen, eine schöne Zeit, mit viel Sonne im Herzen und dem Mut etwas zu verändern!

 

Eure Ela