Heute am Vatertag, der uns mit viel Sonne begrüßt, wollten mein Pa und ich unseren (fast) alljährlichen Spaziergang machen, natürlich mit den Hunden!

Wir hatten uns zu 9 Uhr verabredet.

Dank der Babys bzw. dem Schlafmangel habe ich verpennt und so sind wir erst um viertel nach zehn los gelaufen. Ich habe mich kurzfristig entschieden nur Nieves mit zu nehmen, um gleich ein bisschen das an-der-Leine-laufen weiter zu üben.

An der Kreuzung bei uns in der Straße wollten wir erst gerade aus laufen, sind dann aber doch nach links abgebogen und wofür erzähle ich das alles?

Richtig, denn es hatte alles seinen Sinn: Ohne diese Entscheidungen hätten wir mit großer Wahrscheinlichkeit nicht das arme Kaninchen gefunden!



Als wir es etwas entfernt entdeckten, war ich erst überrascht und überlegte ob es mittlerweile auch schwarze Wildkaninchen bei uns gibt, aber dann kam mir der Gedanken das es ausgesetzt oder entlaufen ist, doch plausibler vor.

Es hoppelte da vor uns auf dem Grünstreifen, etwas langsam aber es fiel uns nichts auf. Ich drückte meinem Pa die Leine von Nieves in die Hand und ging allein die letzten Meter auf den Zwerg zu.

Es duckte sich völlig verängstigt ins Gras und versuchte im allerletzten Moment weg zu laufen, aber es war nicht schnell genug - bis dahin habe ich mit allem gerechnet, nur nicht mit dem was der wahre Grund war:



Dem Kaninchen war das rechte Hinterbein fast komplett abgerissen... Ich war so geschockt, das ich mich ernsthaft zusammen reißen musste um es nicht wieder los zu lassen. So etwas hatte ich mein Lebtag noch nie live gesehen!

 

Ich rief gleich bei meiner TA Praxis in Schiffdorf an und ich durfte kommen. Also packte ich das kleine Kaninchen in meine Weste und wir gingen wieder nach Hause. Ich habe es mir nicht weiter angesehen, weil es eh schon so unter Stress stand. Stattdessen packte ich es in eine Katzenbox auf ein Handtuch und stellte Wasser dazu.

 

Ein gruseliger Anblick... Welche Schmerzes dieses arme Tier haben muss und das schon wer weiß wie lange... !!!

 

Bis ich los fahren konnte, überlegten wir drei, ob ein Kaninchen wohl auch ohne Hinterbein leben kann. Ein kurzer Blick ins Netz bestätigte das und so beschlossen wir, wenn es machbar ist, soll das Bein amputiert werden und eine neue Chance auf eine schönes Leben bekommen!

Ich war so erleichtert das wir es entdeckt hatten, das wir es wahrscheinlich retten können - der kurze Gedanken an das Finanzielle schob ich beiseite, das war ja nun zweitrangig!

 

Die Tierärztin war derselben Meinung, wenn es möglich ist, würde sie das Bein amputieren und so dem Zwerg eine neue Chance geben!





Doch dann holte sie es aus der Box und wir mussten mit Entsetzten feststellen das auch das andere Hinterbeinchen gebrochen war und zwar am Gelenk...

Ein etwas genauerer Blick und es war klar das wir nichts weiter für die Süße tun können als sie zu erlösen!

Ich habe mit Absicht Bilder gemacht, denn ich möchte das die Welt - und besonders die ehemaligen Besitzer - sehen, was passiert wenn man unsere Wohnungskaninchen aussetzt!

Was genau mit der Armen passiert ist, kann keiner sagen. Entweder ist unter eine Landwirtschaftsmaschine geraten, ein Greifvogel oder auch ein Hund könnten dafür verantwortlich sein. Keiner weiß was der Zwerg durch machen musste.

 

Sie ist in meinen Händen ganz ruhig eingeschlafen und hat sich auf dem Weg ins Regenbogenland gemacht - eine Kerze brennt für Dich, kleines Kaninchenmädchen...

Und dann komme ich nach Hause und muss/darf den 4 Katzenbabys die Flasche geben - das volle Leben quietscht mich da an und ich überlege was wohl aus ihnen geworden wäre, hätte ich sie nicht entdeckt...




Die nachfolgenden Bilder sind nichts für schwache Nerven, deshalb überlegen Sie bitte ob Sie sich das antun wollen und können!!



 

Nachtrag:

Ich habe die kleine Kaninchendame "LostHope" getauft, da alle Hoffnung zu spät kamen...

Natürlich hat auch LostHope einen Platz auf meiner Regenbogenseite bekommen - ein liebevoller Abschied, auch wenn es das Einzige ist was ich für Dich tun konnte...