Die bekanntesten Nahrungsmittel Lügen

Wissen Sie was Sie essen?

 

Schon oft wurde darüber berichtet und doch versinken diese Informationen im Nichts. Darum - auch um mir immer wieder vor Augen halten zu können, was ich evtl. auf dem Tisch habe - möchte ich hier einiges zusammen tragen!

Auf dieser Seite gefunden

 

Ich wünsche guten Appetit!!

 

 

Käseimitat

Pflanzenfett ersetzt Milch

Vermutlich haben ihn alle schon einmal unfreiwillig gegessen, den Käse, der gar keiner ist: als knusprige Kruste auf Brötchen, Pizza oder Auflauf beim Bäcker, in der Kantine oder im Restaurant, wo die Kennzeichnung von Lebensmitteln keine große Rolle spielt.

 

Manche haben den so genannten Analog-Käse auch selbst schon aus dem Kühlregal gezogen, als fertig geriebenen Pizza- oder Gratinkäse.

Ist ja schön bequem. Tatsächlich enthält die blassgelbe Masse aber keinen echten Käse, denn der muss laut Lebensmittelgesetz aus echter Kuhmilch hergestellt worden sein.

 

Das Imitat ist eine Mischung aus billigerem Pflanzenfett, Milcheiweiß, Stärke und Aromen. Nicht gesundheitsschädlich, heißt es, und nicht verboten, so lange es richtig deklariert ist. Aber das ist er eben oft nicht. Viele Verbraucher wussten bis vor Kurzem gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt.

 

Interessanterweise wird nicht nur Schnittkäse imitiert, der sich reiben lässt, sondern auch Schafskäse. Auch hier ersetzt billiges Pflanzenfett das Milchfett. Darüber hinaus ist auch weit und breit keine Schafsmilch zu finden, wie es sich für Schafskäse gehören würde, stattdessen magere Kuhmilch.

 

Und manch ein Schnittkäse besteht nicht zu 100, sondern nur zu 65 Prozent aus Käse, weil ihm Schmelzsalze zugefügt wurden - obwohl das bei Käse nicht erlaubt ist.

 

Kochschinken

Fleisch plus Stärkegel

In Hessen wurden seit 2006 insgesamt 528 Proben bei Gastronomen, Händlern und Herstellern genommen. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich auszumalen, wie es in anderen Bundesländern aussieht.

Ein echter Schinken, ob Vorder-, Hinter- oder Kochschinken muss qualitativ hochwertig sein. Das bedeutet, er stammt aus dem Hinterschenkel oder aus dem Schulterstück des Schweins, so wie es am Tier gewachsen ist.

 

Wozu die Einleitung? Ganz einfach: Weil oft Fleischbelage als Schinken ausgegeben werden, die diesen Namen nicht verdienen - in einer Nudelsauce, auf der Pizza, im Salat. Fällt ja nicht weiter auf, so die Hoffnung profitgieriger Industrieller.

 

Tatsächlich sehen diese Produkte aber anders aus, riechen anders und schmecken anders als das, was sie ersetzen sollen. Statt mindestens 95 Prozent Fleisch aufzuweisen, kommen diese Erzeugnisse, die überwiegend aus dem europäischen Ausland stammen, auf 65 oder deutlich weniger Prozent.

 

Der Preiskampf ist groß, und wenn der "Schinken" deutlich weniger Fleisch enthält, ist er entsprechend günstiger. Ein wesentlicher Grund, warum er so oft in der Gastronomie eingesetzt wird.

 

Aber aus was genau besteht eigentlich der Rest? Einmal wird mit Wasser gestreckt, daneben auch mit Bindemitteln wie Stärke, Gelier- und Verdickungsmittel, damit eine schnittfeste Masse entsteht.

Zusätzlich findet sich auch fleischfremdes Eiweiß, etwa Soja- oder Milcheiweiß in diesen Produkten. Da kann einem der Appetit vergehen.

 

Formfleisch

Zusammengepresste Reste

Nicht nur beim Schinken, auch bei Geflügel- oder Schweinefleisch wird gepresst oder neu zusammengeführt, was nicht natürlich so gewachsen ist. Bekannt ist das unter dem Begriff Formfleisch.

Bei der Schlachtung von Tieren sind nicht alle Teile kommerziell verwertbar, auch aus ästhetischen Gründen; sie sind dennoch essbar. Normalerweise landen diese Stücke in der Wurst.

 

Doch es gibt auch eine andere Art der Resteverwertung: Fleischbrocken werden maschinell gewalkt und anschließend in Form gepresst. Das kann dann als Kochschinken, Schnitzel oder Chicken Nuggets in der Gastronomie oder in Fertiggerichten eingesetzt werden.

 

Formfleisch war in den 80er-Jahren stark in der Kritik, weil es den Verbraucher täuscht, und muss heute mit dem Begriff Formfleisch kenntlich gemacht werden. Aber auf welcher Speisekarte steht schon Formfleisch, wenn doch Schnitzel oder Kochschinken viel besser klingt? Immerhin: Für Formfleisch gilt, dass es zu 95 Prozent aus Fleisch bestehen muss.

 

Problematisch wird es, wenn Separatorenfleisch zu Formfleisch verarbeitet wird. Der Begriff steht für Fleischreste, die maschinell vom Knochen gelöst und zu Fleischbrei zerkleinert werden. Sehnen und Knochenhaut sind darunter, nur Knochen und Knorpel werden herausgefiltert.

 

Der Rest landet in billigen Würsten, kann aber auch in Form gepresst, eingefärbt und aromatisiert als Nugget oder Fleischeinlage in Fertiggerichten wiederauferstehen.

 

Krebskunstfleisch

Zerkleinerte Fischreste

Surimi - das klingt nach Fernost und Sushi, ein kunstvoll-exotischer Name, der leicht darüber hinwegtäuscht, wie künstlich das Produkt tatsächlich ist. Wer hier frische Meeresfrüchte erwartet, wird enttäuscht: Es handelt sich hierbei um eine weiße, fast geruchs- und geschmackslose Masse aus zerkleinertem Fischfleisch.

 

Die Eiweißbestandteile aus Fisch und Fischresten werden herausgewaschen, entwässert, gepresst und anschließend mit Bindemitteln, Gewürzen und Aromen angereichert, bevor die Produzenten sie in Form bringen.

Dafür formen sie die Masse wie eine Garnele, Krabbe oder wie Hummerfleisch und färben sie rötlich ein, damit sie dem Original möglichst ähnlich sehen.

 

Falls Sie sich wundern: Das ist keineswegs neu, diese Imitate gibt es seit Jahrzehnten. Verarbeitet werden vor allem Kleinkrebse und Fischarten, die nicht direkt vermarktet werden können.

 

In Europa bekommt der Verbraucher unter dem Namen Surimi oft Stäbchen aus Krebsfleischimitat, meist als lose Ware an der Theke. Nicht selten sind sie in Fertiggerichten mit "Meeresfrüchten" enthalten, oder werden als Zutat für Sushi eingesetzt. Sie kommen auch paniert und in Ringe geformt als Ersatz für Tintenfisch zum Einsatz.

 

Vollkornbrot / -brötchen

Backmischungen und Zusatzstoffe

Was ein Vollkornbrot sein möchte, muss mindestens zu 90 Prozent aus Vollkornmehl oder -schrot hergestellt worden sein. So will es das Gesetz. Vorsicht aber bei dunklen Broten mit klangvollen Namen wie "Körner-Segen" oder "Korn-Wunder".

 

Denn das Gesetz beschränkt nicht die Phantasie des Bäckers. Es muss nicht, kann aber bedeuten, dass ein Brot nur geringe Anteile an Vollkorn enthält, und dass der Hersteller sein Produkt mit Weißmehl streckt, um Geld zu sparen. Oft sind diese Backwerke dann mit Malz oder Zuckercouleur eingefärbt.

 

Was braucht ein gutes Brot oder Brötchen an Zutaten? Nicht viel: gutes Mehl, Wasser, Salz und Hefe oder Sauerteig; je nach Sorte kommen weitere, Geschmack gebende Zutaten dazu. Die wichtigste Zutat aber ist Zeit. Manche Geschmacksstoffe bilden sich nur, wenn der Teig lange genug ruhen kann.

 

Zeit wiederum ist in der Industrie selten im Überfluss vorhanden. Daher kommen oft Backhilfen und -mischungen zum Einsatz, mit zum Teil fragwürdigen Zusatzstoffen. Darüber hinaus enthalten auch die ach so frischen Brötchen oft mehr Zusätze, als Ihnen lieb sein dürfte: E 920 etwa oder E 415, ebenso wie E 300-302, E 262, E 339-343 und E 471.

 

Wie, Sie wissen nicht im Einzelnen, was sich dahinter verbirgt? Dann kann der Rat nur lauten: Kaufen Sie nur Brötchen, die ohne diese Stoffe auskommen. Lose Backware muss nicht gekennzeichnet werden. Aber wer es genau wissen will, kann nachfragen: Eigentlich muss jede Bäckerei die Zutatenliste parat haben.

 

Fruchtjoghurt

Chemie statt Obst

Was in vielen Produkten für das intensive Erdbeeraroma verantwortlich ist, hat mit der Originalfrucht nichts zu tun. In der Werbung können noch so viele Beeren ins Töpfchen fallen - tatsächlich landet im Joghurtbecher weniger als eine halbe oder eben eine sehr kleine Frucht. Und das gilt für die "fruchtigsten" Sorten; in anderen finden Sie noch weniger.

 

Eine simple Rechnung verdeutlicht das: Damit sich ein Fruchtjoghurt überhaupt so nennen darf, muss er mindestens sechs Prozent Frucht enthalten. Umgerechnet auf einen 150-Gramm-Becher sind das bei einem Fruchtjoghurt ganze neun Gramm Erdbeeren.

Joghurt mit Fruchtzubereitung erfordert mindestens 3,5 Prozent Frucht, das entspricht sechs Gramm Erdbeere, und bei Joghurt mit Erdbeergeschmack sind es unter 3,5 Prozent, dementsprechend weniger als sechs Gramm.

 

Sie können spaßeshalber mal diese Mengen abwiegen, die Beere pürieren, mit 150 Naturjoghurt verrühren und etwas süßen. Das, was Sie im Fruchtjoghurt normalerweise schmecken, stammt aus dem Chemiekasten.

 

Und nicht immer ist eine Erdbeere eine Erdbeere: Es können auch Apfelstückchen sein, die mit Rote-Beete-Saft eingefärbt und entsprechend aromatisiert wurden. Für andere Früchte gilt das übrigens auch. Und dass im "joghurtleichten" Schokoriegel keine nennenswerten Mengen an echten Erdbeeren drin sind, wundert niemanden wirklich, oder doch?

 

Fruchtsaft

Buntes Zuckerwasser

Merke: Ein Fruchtnektar ist nur ein halber Saft. Je nach Obstart liegt der Fruchtgehalt bei 25 bis 50 Prozent. Der Rest besteht aus Zucker, Wasser, Aromen und sonstigen Zusatzstoffen.

 

Noch weniger echte Frucht enthalten Fruchtsaftgetränke: Hier liegt die erforderliche Grenze zwischen fünf und 30 Prozent, dafür ist die Zuckerzugabe unbegrenzt. Und da der Geschmack irgendwoher kommen muss, sind hier mehr Aromen und Zusatzstoffe zu finden.

 

Reinen Saft gibt es nur bei Direktsaft und Fruchtsaft aus Konzentraten, wobei letzterem das Wasser erst entzogen und später wieder zugefügt wird. Das nennt man Rückverdünnung; es spart Transport- und Lagerkosten. Ob es die Qualität beeinträchtigt? Fragen Sie Ihren Gaumen.

Bei Saftschorlen sollten Sie lieber selbst mischen. Dann wissen Sie, was im Glas landet. Fertigen Mischungen sind oft Zucker und Aromen zugesetzt - verzichtbar, wenn die Basis - also der Saft - gut ist.

 

Früchtetee

Kalter und heißer Schein

Wer meint, dass sein Früchtetee Extrakte aus echten Früchten enthält, irrt sich leider häufig. In der Regel sind sie künstlich aromatisiert.

 

Eine echte Frucht, oder echte Vanille, enthält ein Tee oft nur in geringsten Spuren - manchmal werden getrocknete Früchte als Alibi untergemischt. Der Zutatenliste können Sie entnehmen, ob getrocknete Beeren im Tee stecken, oder ob Aromen für den Geschmack verantwortlich sind.

 

Und wenn die Aromen weit vorne genannt sind, wissen Sie, woher der Geschmack kommt. Sicher nicht von den Beeren - danach können Sie dann lange suchen.

 

Vanille-Ersatz

Künstlicher Geschmack

Erst kürzlich hatte Stiftung Warentest 22 Vanilleeis-Sorten untersucht - mit dem Ergebnis, dass nur eine mit "gut" bewertet wurde. Insgesamt neun Proben bewerteten die Tester mit "mangelhaft", weitere neun mit "ausreichend" und nur drei mit "befriedigend".

 

Was die Prüfer vor allem beanstandet haben: Im Vanilleeis fehlt - oh Wunder! - echte Vanille. Stattdessen mogeln Hersteller oft das synthetische Vanillin unter. Dabei darf ein Vanilleeis nur dann so heißen, wenn echte Vanille verarbeitet wurde. Sonst muss es "Eis mit Vanillegeschmack" heißen.

 

Vanillin ist der weltweit wichtigste Aromastoff und kommt nicht nur im Essen vor. Auch in Kosmetika wie Parfüm, Duschgel oder Lippenpflegestiften kommt er vor, in Duftkerzen und Raumsprays, selbst in Wurst oder Zigaretten. Es ist der Hauptaromastoff der Vanilleschote, der auch chemisch nachgebaut werden kann.

 

Genau genommen handelt es sich bei dem synthetisch erzeugten Vanillin um ein Abfallprodukt bei der Papierherstellung. Er ist nicht immer unproblematisch: Im Tierversuch haben Forscher Wechselwirkungen zwischen künstlichem Vanillin und Arzneimitteln beobachtet.

 

Und manche Menschen entwickeln eine Allergie auf oder eine Unverträglichkeit gegen den Aromastoff. Wer sich einen Gefallen tun will, vermeidet ein Zuviel.

 

Pseudoschokolade

Falsche Füllung

Manches, was uns als Schokolade verkauft wird, lässt eines schmerzlich vermissen: echte Schokolade. Einige Kekse zum Beispiel sind statt mit einer Schokoladencremefüllung mit einem deutlich günstigeren Imitat bestrichen, das unter anderem aus gerade einmal 3,7 Prozent fettarmem Kakaopulver, gehärtetem Pflanzenfett und Zucker gefertigt wird - auch wenn es noch so lecker aussieht oder auf der Packung als Schokolade angepriesen wird.

 

Darauf hat die Verbraucherzentrale Hamburg jüngst hingewiesen. Von der "gesunden Milch" ganz zu schweigen, die manche Süßigkeiten gesünder erscheinen lassen soll, als sie tatsächlich sind.

 

Ein Blick auf die Zutatenliste verrät, was wirklich in ihnen steckt: Magermilchpulver, jede Menge Zucker und Fett, daneben Zusatzstoffe und Aromen. Oft kommt diese Nichtschokolade in Schokoriegeln, -cremes, -puddings und Schokoüberzügen zum Einsatz.

Dann doch lieber ein Stück gute, echte Schokolade naschen, in der das enthalten sein sollte, was Schokolade ausmacht: Kakaobohnen. Ein hoher Anteil, sowie der Einsatz von echter Vanille sind Qualitätsmerkmale.

 

Gute Schokolade sollte keine gehärteten Fette, Konservierungsstoffe, künstliche Aromen wie Vanillin oder Stabilisatoren enthalten - aber eben das Fehlen dieser Zutaten macht das Produkt teuer.