14.06.2011

 

Hallo Ela,

 

hier neue Fotos von unserem Notfall, der langsam ein keckes, aufgewecktes und forderndes Pferd wird. Wenn ich in den Stall komme, begrüßt er mich wiehernd. Er frisst rund um sich zu, am liebsten Karotten, Dinkelbrei ,trockene Brötchen und natürlich „Gras“.

Sein Winterfell ist jetzt fast komplett herunter, darum wirkt er auch dünner als vorher. Auf den kahlen Stellen wächst neues Fell. Wenn er in der Sonne steht, glänzt sein Fell sogar – ich freue mich sehr darüber.

 

Jamira und ich sind täglich bei ihm, im Wechsel, manchmal auch zusammen. Er darf jetzt eine Stunde auf die Weide zum Grasen und damit er auch gern wieder in den Stall zurück läuft, wartet dort auch immer was Leckeres auf ihn. Wir legen Wert auf Rituale, damit Fred einen Rhythmus und ein Gefühl von Geborgenheit bekommt. Auch hat er schon Freundschaft mit seinem Stallnachbarn von gegenüber geschlossen, ein Wallach namens Dandu.

Leider lässt er sich nicht die Hufe auskratzen, vor allem vorn nicht – auf 3 Beinen zu stehen bereitet ihm Probleme. Wir wollen baldmöglichst seinen rechten Hinterlauf röntgen lassen, damit wir wissen, wie wir ihn belasten dürfen und ob er jemals geritten werden darf. Die weißen Stellen in seinem Gesicht ist Salbe. Seine Haut erneuert sich komplett und wenn haut heilt, juckt sie. So hat er sich einige Stellen am Kopf wundgerieben, ist aber nicht schlimm.

 

Wir möchten ihn gar nicht mehr so gern Fred nennen, weil der Name von seinem Peiniger kam. Ich habe mal nach schönen Namen mit dem Anfangsbuchstaben T gesucht. Am schönsten finde ich Tadi, das ist indianisch und bedeutet „Wind“. Aber ich muss das noch mit Jamira abstimmen.

 

Ich gebe überall deine Internetadresse weiter und hoffe, dass noch Spenden kommen. Danke für deine Mühe!

 

Ganz liebe Grüße

Elke





Hallo Ela,

 

der Juli ist ein ereignisreicher Monat für Fred. Am 4. Juli kam der Hufschmied, Fred hatte wenig Bock, sich die Hufe machen zu lassen, aber letztendlich lief alles gut. Am 6.7. kam der Tierarzt Dr. Bäumer mit einem mobilen Röntgengerät in den Stall und machte Aufnahmen vom rechten Hinterlauf.
Außerdem nahm er noch Blut ab, was Fred alles sehr ruhig geschehen ließ.

  

Nach eingehender Begutachtung erklärte der Tierarzt, dass Fred aufgrund der Mangelernährung auf dem Stand eines 1 1/2jährigen Pferdes sei.
Der unbehandelte Bruch am rechten Hinterlauf ist aber gut zusammengewachsen und da er nicht lahmt,  kann Fred auch einmal als Freizeitpferd geritten werden.
Erstmal ist es jedoch wichtig, ihn mit Spezialfutter – das wir ja von der Firma
Marstall bekommen - weiter aufzubauen und ihn nun auch Tag und Nacht auf der Weide zu lassen. Zum Herbst sollte es Fred dann so gut gehen, dass er gelegt
werden kann.

 

Ganz lieben Dank  an Daniela, die Fred jeden Morgen gefüttert, ihm seine Bioresonanztropfen gegeben  und  dann auf die Weide gebracht hat. Sie ist die gute Seele des Stalls in Sellstedt. Wir haben ihn dann abends von der Weide abgeholt, geputzt und gefüttert.  Wenn ich zur Weide kam und gerufen habe „wo ist denn mein Hübscher“  dann hat er mich wiehernd begrüßt und ist vor Freude über die Weide galoppiert um dann sofort zum Gatter zu kommen und erstmal Karotten abzustauben.

 

Da die beteiligten Ärzte und „Fachleute“ uns immer wieder nahelegten, dass Fred nun auch ganz, also Tag und Nacht auf die Weide muss, damit er zum Winter hin noch ordentlich zunimmt, haben wir uns entschlossen, nun eine Weide in unserer Nähe zu suchen. Schließlich muss er weiterhin versorgt werden, nur Gras reicht eben noch nicht. Eine liebe Seele namens Astrid hat uns angeboten, Fred mit zwei Wallachen zusammen auf ihre Weide zu stellen – kostenlos. Ganz herzlichen Dank Astrid!

Am 21.7. haben wir Fred  in Sellstedt abgeholt und  nach Sievern auf eine schöne Weide gebracht. Seine neuen Kumpel - Blaze und Berry - kamen dann hinzu. Nach ganz wenig Gerangel verstehen sich die drei Jungs nun super! Leider schlägt ausgerechnet jetzt das Wetter Kapriolen mit Sturm und Regen – was Fred gar nicht gut findet. Zum Schutz vor Nässe und Kälte hat die liebe Astrid ihm eine Regendecke umgelegt, da er ja noch nicht so viel zuzusetzen hat. Jamira und ich fahren wieder im Wechsel täglich hin, um ihn zu füttern und zu pflegen. Dafür holen wir ihn dann kurz von der Weide.

Heute hatte ich das Gefühl, dass er gern in „seine Box“  möchte, da er nicht zurück auf die Weide wollte. Aber mit einer lecker Karotte ließ er sich dann locken und auf der Weide wurde sofort wieder gekuschelt.

 

Astrid erzählte gestern, dass der kleine pfiffige Berry sich sein Hinterteil an einem Apfelbaum geschuppert hat, dabei fielen einige Äpfel herunter, die er gleich genüsslich fraß um dann erneut sein Hinterteil zu schuppern und wieder vielen Äpfel vom Baum. Dies bekamen Fred und Blaze mit und wollten auch Äpfel fressen, doch Berry verteidigte „seine Äpfel“ sehr energisch.

 

So,  nun bist du / ihr erstmal wieder auf dem neuesten Stand. Ich hoffe sehr, dass das Wetter besser wird und unser Hübscher den Sommer noch genießen kann. Aus dem Gröbsten ist er zwar raus, wird jedoch weiterhin unsere Hilfe benötigen um die schreckliche Zeit der Entbehrungen wieder aufzuholen.

 

Ganz liebe Grüße

 

Elke